Umweltfreundlich heizen

Wir bedanken uns für die Förderungen

Mit Fördermitteln der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurde die Optimierung des betrieblichen Ressourcen- und Energiemanagements durch den Bau einer Heizkesselanlage zur Versorgung des Nahwärmenetzes mit ca. 420.000€ gefördert.

Nahwärmenetz Bohlsen - Umweltfreundlich heizen

Nahwärmenetz für Bohlsen – betrieben mit den Schälresten aus der Dinkelverarbeitung

Eine Mühle rüttelt, schüttelt, siebt, mahlt, quetscht und noch einiges mehr. Dabei entstehen nicht nur Mehle, Grieße, Schrot und Co., sondern auch eine ganze Menge Spelzen fallen an.

Denn bei Dinkel, Einkorn, Emmer und Co. ist das Korn nicht nackig, sondern fest umschlossen von einer Schutzhülle, dem Spelz. Und der muss erst mal ab, sonst wird das nichts mit Mehl und Co.

1800 Tonnen Spelzen fallen dabei jährlich an. Das ist ein bisschen viel, um damit Kissen zu füllen.

„Müll“, sagen die einen. „Möglichkeiten!“, sagen wir.

Denn mit Spelzen kann man zur CO2-Neutralität in Bohlsen beitragen.

Wie das geht?

Man betreibt ein Nahwärmenetz, um ca. 75 Haushalte in Bohlsen mit Wärme zu versorgen. Als Brennstoff werden dabei Spelzen benutzt. Also: Spelzen aus der Mühle in die Heizzentrale leiten, Spelzen in den Ofen, verbrennen, dadurch Wasser erhitzen und in einem Warmwasserspeicher zwischengepuffert.

Verteilt wird die Wärme über Nahwärmeleitungen, in denen die Wärme in Form von Wasser zu den teilnehmenden Bohlsenern geleitet wird. Die sind ordentlich gedämmt, damit die Wärme möglichst nicht verloren geht. Eine Wärmübergabestation in den einzelnen, teilnehmenden Haushalten übernimmt dann die Aufgaben der alten fossilen Heizungen in den Gebäuden.

Ein Redundanzkessel auf Erdgasbasis gibt zusätzliche Versorgungssicherheit, damit, wenn alle plötzlich sehr viel Wärme brauchen, hier keine Engpässe entstehen.

So kann ein Teil des feinen, gar nicht mal so kleinen Dorfes Bohlsen mit Wärme versorgt werden.

Wie sind wir vorgegangen?

Es gab eine Infoveranstaltung. Über 75 Anwohner sprachen sich für einen Anschluss an eine geplante Nahwärmeversorgung aus. Man schloss sich zusammen zu „Bürgerenergie Bohlsen eG“ . Diese übernahm die Realisierung und den Betrieb der Nahwärmeversorgung.

Und wenn man schon mal was verlegt, dann kann man Synergien nutzen: Ein Glasfasernetz wurde mitverlegt und auch eine Straßensanierung wurde mit durchgeführt.

Pioniersarbeit

100% rund läuft es noch nicht, aber bei Projekten wie diesen ist das normal. Es muss noch viel justiert, gebastelt, gerechnet und bereitgestellt werden.

Warum es sich (trotzdem) lohnt?

  • Günstige, nachhaltige Energie
  • Stärkung der Dorfgemeinschaft
  • Bohlsen gewinnt an (noch mehr) Attraktivität

Zahlen Daten Fakten

  • ca. 75 Anschlussnehmer
  • 6,1km Trasse
  • 10% bis 20% günstiger ist die in der Heizzentrale erzeugte Wärme im Jahr
  • Versorgt werden können bis zu 90 Anschlussnehmer mit dem Nahwärmenetz
  • Gedeckt werden kann ein Gesamtwärmebedarf von 2.579 MWh im Jahr
  • 665 Tonnen CO2 können pro Jahr eingespart werden